Neues Museum, Berlin
Ausstellung
Im Neuen Museum finden das Ägyptische Museum und Papyrussammlung und das Museum für Vor- und Frühgeschichte mit Objekten der Antikensammlung ihre neue Heimat. Dabei werden die Sammlungen nicht streng voneinander getrennt, sondern gehen in einer neuartigen Präsentation auf, die den Besuchern einen faszinierenden Blick in die Ursprünge der Menschheitsgeschichte bietet.
Die geografische Breite, historische Tiefe und außergewöhnliche Qualität der archäologischen Sammlungen ermöglichen, die Geschichte der Alten Welt vom Vorderen Orient bis zum Atlantik, von Nordafrika bis Skandinavien durch die Jahrtausende hindurch in Objekten der materiellen Kultur und der Kunst sowie in schriftlichen Quellen zu erleben.
Sammlungsübergreifend wird die Entwicklung der vor- und frühzeitlichen Kulturen Eurasiens von der Altsteinzeit bis ins Hochmittelalter in noch nie da gewesener Breite und Fülle präsentiert. Sagenhafte archäologische Schätze wie die Büste der Nofretete und insgesamt die Sammlung der Amarna-Kunst des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung verbinden sich mit weltberühmten Exponaten des Museums für Vor- und Frühgeschichte wie dem Schädel des Neandertalers von Le Moustier oder Heinrich Schliemanns Sammlung Trojanischer Altertümer zu einem einzigartigen Panorama der frühen Menschheitsgeschichte.
Architektur
Das Neue Museum wurde 1841 bis 1859 nach Plänen Friedrich August Stülers als zweites Museum auf der Spreeinsel errichtet.
Nachdem Bombeineischläge das Museum im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigten, wurde es seit 2003 unter der Leitung des britischen Architekten David Chipperfield wiederhergestellt.
Unter Beachtung hoher denkmalpflegerischer Auflagen galt es, dem seit 1999 zum UNESCO-Welterbe gehörenden Bau wieder authentischen Glanz zu verleihen.
Diese Herausforderung meisterte der Architekt mit Bravour, indem er Museumstorso in die Architektursprache unserer Zeit einbettete.
Behutsam nahm er – gemäß des an der Charta von Venedig ausgerichteten Restaurierungskonzepts – den Bestand des Gebäudes in seinen unterschiedlichen Erhaltungszuständen auf, Fehlstellen wurden repariert und ergänzt.
So wird das Erhaltene in seiner historischen Schönheit zur Geltung gebracht, während die Neubauteile das Verlorene reflektieren, ohne es zu imitieren, und die üppige Fülle von Stülers spätem Klassizismus tritt in einen reizvollen Dialog mit der strengen Formensprache Chipperfields.
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