Egon Schiele zählt neben Gustav Klimt und Oskar Kokoschka zu den Bahnbrechern der Moderne in Österreich. Diese Publikation gibt einen Überblick über die Entwicklung Egon Schieles von seinen Anfängen an der Wiener Akademie bis zu seinem frühen Tod 1918: 1890 geboren, löst Schiele sich bald von der Tradition des Wiener Jugendstils und wird zum Begründer des österreichischen Frühexpressionissmus. Zwischen 1910 und 1918 entsteht ein Werk, in dem erstmals in der Geschichte der Kunst der Körper in seiner expliziten Nacktheit zur Symbolfigur der existentiellen Einsamkeit und Unbehaustheit des Menschen wird. Mit seinen Selbstbildnissen scheut Egon Schiele auch nicht vor der Drastik der Verhässlichung und obszönen Selbststigmatisierung zurück: Ausdruck einer gesellschaftlichen Entfremdung, die besonders deutlich in den während der Haft entstandenen Arbeiten Schieles zu Tage tritt. Sie geben ein erschütterndes Zeugnis des sich unverstanden fühlenden Künstlers.